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(2004) Handbuch der Kulturwissenschaften III, Stuttgart, Metzler.
Politik und Recht
Thomas Mergel, Klaus Lüderssen, Christian Geulen, Christine Chwaszcza, Hauke Brunkhorst, Burkhard Liebsch, Ulrich Beck
pp. 413-532
Zwar ist der Kulturbegriff in der wissenschaftlichen Erforschung der Politik früh heimisch geworden, der cultural turn fand hier aber erst sehr spät Resonanz. Dieser zunächst paradoxe Befund erklärt sich daraus, dass die Semantik des Kulturbegriffs, wie er seit den frühen sechziger Jahren durch das wegweisende Konzept der Politischen Kultur eingeführt wurde, in eine ganz andere Richtung wies als die Ansätze, die man heute gemeinhin mit einem kulturalistischen Ansatz verbindet. Political culture fügte sich vielmehr fast bruchlos in die Forschungstradition der politischen Wissenschaften ein und war nicht geeignet, einen Paradigmenwechsel herbeizuführen. Symbol- und zeichentheoretische Ansätze, der linguistic turn oder interaktionistische Konzepte, kurz: was man heute mit dem Kulturbegriff verbindet, fanden in die Politikwissenschaft aus zwei Gründen schwer Aufnahme: Erstens erschwert es die unmittelbare Zeitbindung und auch die normative Funktion der Politikwissenschaft, die »unterirdischen«, weniger offensichtlichen, vielleicht unbewussten Dimensionen politischer Strukturen und politischen Handelns, welche in einem kulturwissenschaftlichen Zugang prominent sein müssten, zu thematisieren.
Publication details
DOI: 10.1007/978-3-476-05012-0_4
Full citation:
Mergel, T. , Lüderssen, K. , Geulen, C. , Chwaszcza, C. , Brunkhorst, H. , Liebsch, B. , Beck, U. (2004)., Politik und Recht, in F. Jaeger & J. Rüsen (Hrsg.), Handbuch der Kulturwissenschaften III, Stuttgart, Metzler, pp. 413-532.
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